Solitaire ist eine Familie von Kartenspielen mit unterschiedlichen Entstehungsgeschichten. Moderne Programmnamen haben ihre Begriffe zusammenrücken lassen: Viele Menschen meinen mit Solitaire speziell Klondike. Für die Geschichte ist es sinnvoll, die ältere Patience-Familie, einzelne Varianten und ihre spätere Computerverbreitung auseinanderzuhalten.

Frühe Patience ist keine einzelne Erfindung

Sichere frühe Hinweise führen gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts nach Nordeuropa. Das deutsche Sammelwerk Das neue Königliche L’Hombre-Spiel enthält eine verwandte Beschreibung, doch Quellen nennen unterschiedliche Ausgaben zwischen den 1780er Jahren und etwa 1791. Eine exakt gewählte Jahreszahl würde diese Unsicherheit verdecken. Der beschriebene Zeitvertreib war auch nicht einfach modernes Solo-Klondike.

Im neunzehnten Jahrhundert verbreiteten gedruckte Sammlungen Namen, Regeln und Diagramme. Ednah Cheney veröffentlichte 1869 eine amerikanische Patience-Sammlung, Lady Adelaide Cadogan folgte in Großbritannien in den 1870er Jahren. Solche Bücher standardisierten eine schon existierende Familie. Der französische Name Patience allein beweist keinen eindeutig französischen Erfinder.

Klondike und die Goldrauschgeschichte

Für Klondike mit sieben Spalten sind Urheber und ursprünglicher Name nicht sicher belegt. Die Verbindung zu Goldsuchern des Klondike-Rauschs von 1896 bis 1899 klingt plausibel, ist aber keine zeitgenössisch nachgewiesene Entstehungsgeschichte. Ältere amerikanische Bücher verwendeten zudem Klondike und Canfield teilweise anders als heutige Regelwerke.

Eine nahe Form des modernen Spiels erscheint 1907 als „Seven-Card Klondike“ in einem amerikanischen Hoyle. Das ist ein belastbarer Anhaltspunkt für die gedruckte Überlieferung, keine Behauptung, das Spiel sei genau in diesem Jahr erfunden worden. Die heutige Klondike-Anleitung beschreibt seine erkennbare Struktur.

FreeCell und Spider am Computer

Paul Alfille programmierte FreeCell 1978 für PLATO. Eine wesentliche Anpassung gegenüber Baker’s Game war das Bauen in wechselnden Farben statt nach Farbe. Die offenen Karten waren bereits im Vorläufer vorhanden. Jim Hornes spätere Microsoft-Version erreichte mit Windows 95 ein großes Publikum; die Spielnummern ermöglichten gemeinsame Lösungsprojekte.

Spider existierte schon vor Windows in gedruckten Sammlungen. Die klassische vollständige Form hat vier Farben; eine und zwei Farben sind vereinfachte Fassungen. Microsoft veröffentlichte Spider 1998 im Zusatzpaket Plus! 98 und bündelte es 2000 mit Windows Me. Das sind zwei unterschiedliche Veröffentlichungsereignisse.

Windows Solitaire und die Gegenwart

Windows 3.0 erschien am 22. Mai 1990 mit Solitaire. Wes Cherry schrieb das Programm, Susan Kare gestaltete die Karten. Das Spiel half Nutzern auch beim Umgang mit Maus und Ziehen, aber daraus folgt nicht, dass jede spätere Geschichte über seinen ursprünglichen Zweck gesichert ist.

Browser und mobile Geräte machten die Varianten anschließend unabhängig vom mitgelieferten Betriebssystemprogramm. Auf Cards4 stehen mehrere Regeln nebeneinander. Ihre Geschichte erklärt Gemeinsamkeiten, ersetzt jedoch nicht die konkrete Regelprüfung einer heutigen Umsetzung.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat Solitaire erfunden?

Für die gesamte Familie gibt es keinen sicher dokumentierten einzelnen Erfinder. Bei konkreten Computerprogrammen und bei FreeCell lassen sich Personen und Daten deutlich genauer benennen.

War Spider ursprünglich einfarbig?

Nein. Die vereinfachten Farbzahlen erleichtern das klassische Vierfarben-Spiel. Die verlinkten Quellen und die englische Langfassung dokumentieren die genannten Stationen und ihre Unsicherheiten.

Quellen

Das Spiel im Video

Ein praktisches Beispiel zum hier behandelten Spiel zeigt Klondike Solitaire Rules Explained — Every Rule in 4 Minutes. Die Aufnahme ist englischsprachig.